| Ende Gelände. Versuchslabor in der Schwebe |
|
|
|
| Aktionsberichte |
| Freitag, 31. Juli 2009 um 11:10 Uhr |
|
Im wohlhabenden Hannoveraner Stadtteil Kirchrode halten seit Anfang Juni ca. 30 junge Tierbefreiungs- und Öko-Aktivisten ein Grundstück besetzt, auf dem der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim ein Tierversuchslabor bauen möchte. Dabei erhalten sie Unterstützung von der Bürgerinnen und Bürgern aus der Nachbarschaft, die sich in einer Initiative zusammengeschlossen haben und ebenso fest entschlossen sind, den Bau zu verhindern. Während die jungen Öko-Aktivisten (Website der Besetzung) in erster Linie die Tierquälerei sowie die sozialen und ökologischen Probleme, die mit industrieller Fleischproduktion einhergehen, thematisieren, haben die Mitglieder der Bürgerinitiative vor allem Angst vor den unmittelbaren Gefahren für Mensch und Umwelt. Die verschiedenen Motivationen und Anliegen schließen sich jedoch überhaupt nicht aus, sondern ergänzen sich wechselseitig zu einem weiteren vielversprechenden Beispiel für eine selbstbestimmte Lebensweise, für aktiven Widerstand durch zivilen Ungehorsam und für die Solidarität untereinander.
Kann Boehringer wieder nicht Fuß fassen? Die Bürgerinitiative kämpft seit über einem Jahr, versucht Öffentlichkeit zu schaffen, informiert die Anwohner und hat bereits über 7000 Unterschriften (von den insgesamt 10 000 Anwohnern) gegen die Anlage gesammelt. Doch weil sie die Verhinderung der Anlage auf politischem Wege bisher nicht erreicht haben, sind der neue Schwung und die mediale Aufmerksamkeit durch die Besetzung nun ein neuer Hoffnungsschimmer. Inzwischen berichteten sowohl die Süddeutsche Zeitung und sogar der sensationswitternde Privatsender RTL. Politiker von den Grünen, die die Anlage allerdings nicht ablehnen, und Vertreter der Linken besuchten die Aktivisten bereits auf dem Gelände. |







Kommentare
Die Räumung könnte sich laut Polizei noch einige Stunden hinziehen. Eine Person hält sich derzeit in der Krone einer Eiche in etwa zehn Metern Höhe auf. Zwei junge Frauen haben sich offenbar in den Boden einbetoniert. Laut Wittke sollen sie von einem „Spezialtrupp“ der Bundespolizei befreit und vom besetzten Feld getragen werden.