| B wie Bullshit-Bingo |
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| Aktionen A - Z |
| Freitag, 23. Oktober 2009 um 07:46 Uhr |
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In dieser klassischen Spielvariante gibt es keine großen Überraschungen. Jeder weiß, dass ausschließlich Zahlen von 1-100 gezogen werden und die Spannung besteht nur darin, welche zuerst an die Reihe kommen. Ebenso verhält es sich bei den Reden neoliberaler Politiker. Jeder weiß, dass die immergleichen Phrasen von „Eigenverantwortung“ und „fördern und fordern“ irgendwann fallen werden – die Frage ist nur wann. Und hier beginnt der Spaß.
Bullshit-Bingo ist eine witzige und harmlose Aktionsform, die die Absurdität und Phraseologie des Neoliberalismus enttarnen soll.
Und so geht’s: Vor Veranstaltungen der üblichen „Wachstum schafft Arbeit“-Politiker werden Bingo-Scheine an ausgewählte Personen aus dem Publikum ausgegeben, auf denen jedoch keine Zahlen, sondern die herkömmlichen Politiker-Floskeln zu finden sind. Sofern das Politgeschwafel keine unerwartete Wendung nimmt, fallen zwangsläufig irgendwann die Satzbausteine (oder in der einfacheren Variante die einzelnen Wörter), die dann auf dem eigenen Schein abgehakt werden. Auch hier gilt: Wer zuerst eine vollständige Reihe hat, meldet dies seinen Mitspielern, aber diesmal nicht mit dem Ausruf »BINGO!«, sondern
Wer dieses Wort übrigens für unangemessen hält und der Meinung ist, es handele sich dabei um eine bloße Beleidigung, den können wir beruhigen. Wir verwenden »Bullshit« selbstverständlich in gleicher Weise wie der amerikanische Philosoph Harry G. Frankfurt, der sich mit diesem Begriff (und der Strategie hinter dem Bullshit-Gerede) bereits trefflich auseinandergesetzt hat. Demnach erzählt jemand "Bullshit" , wenn ihm oder ihr egal ist, ob die Äußerung der Wahrheit entspricht bzw. welche Folgen sie hat. Mehr dazu im gleichnamigen Buch »On Bullshit«, von Harry G. Frankfurt, Princeton, Princeton University Press 2005.
Im Gegensatz zum normalen Bingo endet dieses Spiel jedoch nicht beim ersten Bullshit-Ruf – die Politiker hören ja schließlich auch nicht auf, Bullshit zu reden. Daher muss man sich auch nicht grämen, nicht die oder der Erste gewesen zu sein, sondern kann den Erfolg der Mitspielerinnen und Mitspieler lautstark bejubeln. Viele der Zuhörer sowie der Referent wissen natürlich nichts von diesem Spiel und werden vermutlich überrascht reagieren. Auf Nachfrage kann man ihnen getrost mitteilen, dass man schon vorher wusste, welch lobbydiktierte und standardisierte Gemeinplätze sie verwenden würden. Damit gibt es endlich einen guten Grund, bei den immer gleichen Reden nicht wegzunicken und dem absurden Treiben sogar noch ein wenig Spaß abzugewinnen.
Hier noch ein paar Vorschläge von uns, was in neoliberalem Standard-Gewäsch zu hören sein kann:
Über die Kommentar-Funktion darf gerne ergänzt werden. |







Vermutlich ist jedem das schöne Senioren- oder Pauschalurlaub-Animations-Spiel »Bingo« bekannt. Jeder Teilnehmer hat einen Zettel, auf dem sich Zahlen in einem Quadrat befinden, meist von 1-100, in zufälliger Anordnung, jeweils 4 oder 5 in einer Reihe. Der Spielleiter zieht nun nacheinander Zahlen und sagt diese laut an. Die Teilnehmer kreuzen die Zahlen, die sich auf ihrem Bingo-Schein wiederfinden, ab. Wer zuerst eine Reihe vollständig angekreuzt hat, sei es senkrecht, waagerecht oder diagonal, gewinnt das Spiel und ruft, um es den anderen mitzuteilen, laut »BINGO!« 


Kommentare
Aber wir können es noch mal tun - super Anlass gibt's in Berlin: SPIEGEL-Gespräch mit Karl-Theodor zu Guttenberg zu „Karriere in der Krise“.
Wie wär's??
28. Oktober um 14 Uhr, Hörsaal H 104, TU-Hauptgebäude.
- Nicht leichtfertig Steuergeld aufs Spiel setzen
- Flexibilität
- Jeder kann es schaffen
- Marktwirtschaft ist ein Erfolgsmodell (Guttenberg im BamS-Interview)
- Marktwirtschaft ist ein Weg aus der Krise (BamS-Interview)
- Bologna-Prozess/Lissabon-Strate gie/EU-Vertrag/Steuermilliarde n für Banken/... ist »völlig alternativlos«
- Wirtschaft muss bereits in der Schule auf die Menschen »zugehen« (Dr. Martin Wansleben bei der Veranstaltung "Bachelor/Master - Fit für die Unternehmen?" der DIHK am 5. 11. '08)
- »durch Bachelor/Master können junge Menschen, ihre Abschlüsse und das Wissen der jungen Menschen beser auf die Bedürfnisse der Unternehmer abgestimmt werden." (Joachim D. Weber, Justiziar der Hochschulrektor enkonferenz bei selber Veranstaltung)
Das reicht erstmal, finde ich.
ihr habt die klassiker vergessen:
- Standortsicheru ng
- um in einer globalisierten Welt wettbewerbsfähig zu sein bla bla bla
- "Das ist doch reiner Populismus!"
- Sachzwänge
- ...
Wie konnten wir nur???
-Eigenverantwort ung
-freie Entscheidung
-Wettbewerbsförderung