| C wie Carrotmob |
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| Aktionen A - Z |
| Freitag, 16. Oktober 2009 um 13:00 Uhr |
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Boykott war gestern. Heute ziehen wir die Karotten selbst! Wenn es immer heißt, der Kunde könne mit seinem Geld abstimmen, dann machen wir uns unseren Wahltag selbst. So dachte es sich ein frustrierter Umweltschützer in den USA und organisierte den ersten Carrotmob. In Berlin hat im Juni der erste Carrotmob Deutschlands stattgefunden, Bielefeld und München folgten. Der nächste Berliner Carrotmob wird in einem Imbiss am 24.10. im Rahmen des CO2-Aktionstages (siehe auch unser Passiv Viewing) stattfinden.
Was ist das? Um ein Unternehmen zu klimafreundlichen Umbauten zu bewegen, wird es nicht boykottiert, sondern dafür gesorgt, dass wesentlich mehr Käufer zu einem bestimmten Zeitpunkt bei einem Unternehmen einkaufen, und bescheren diesem somit einen wesentlich höheren Umsatz. Dieser muss von der Firma dazu verwendet werden, um Umbauten für mehr Energieeffizienz und Nachhaltigkeit durchzuführen. In diesem Sinne wurde der Carrotmob entwickelt, aber es sind natürlich auch andere Ziele denkbar.
Wie wird das Unternehmen ausgesucht? Im Vorfeld des Carrotmobs suchen die Umweltschützer sich eine Branche in einem Gebiet aus. Beim 1. Carrotmob in Berlin waren es zum Beispiel Spätverkäufe im Bezirk Kreuzberg. Dann besuchen sie alle (oder so viele wie möglich) Firmen dieser Branche und erklären ihnen den Carrotmob. Der Vorteil für die Firmen ist ein erhöhter Umsatz an einem bestimmten Tag und darüber hinaus eine Imageaufwertung – außerdem wird ihr Unternehmen danach energieeffizienter sein. Um diese Vorteile zu erlangen, müssen sie bereit sein, einen Anteil des erhöhten Umsatzes für die Umbauten zu verwenden. Die Firma, die den größten Anteil bietet, erhält den Zuschlag. In Berlin war es ein Späti in der Wiener Straße, der versprach, 35% des Umsatzes zu investieren.
Wie wird’s gemacht? Ganz einfach – jede/r kann mitmachen. Die Organisatoren dieser Aktion haben meist über das Internet (Homepage und/oder soziale Netzwerke) einen breiten Wirkungskreis und erreichen viele andere am Umweltschutz interessierte Menschen. Diese kaufen dann am Carrotmob-Tag bei der Firma ein, die den höchsten Anteil geboten hatte. In Berlin kauften innerhalb von drei Stunden ca. 400 Menschen bei dem Späti ein. Dieser hat dadurch einen Umsatz von 2000,84 Euro gemacht – dreimal soviel wie sonst an einem Tag!
Wie Weiter? Mit dem Anteil des Umsatzes werden nun Änderungen vorgenommen bei Kühlanlage, Beleuchtung, Wärmedämmung oder Stromanbieter. Bei dem Berliner Späti wurden zum Beispiel für die 700 Euro Energiesparlampen eingebaut, eine Zeitschaltuhr und der Wechsel weg vom Atomstrom hin zu Greenpeace Energy subventioniert. Weigert sich die Firma allerdings, ist ihr ein schlechtes Image sicher! Wie oben schon erwähnt wird der zweite Berliner Carrotmob in Berlin-Mitte in einem Imbiss stattfinden am 24. Oktober. Das ist der Aktionstag zur CO2-Verminderung. Mehr Infos auf www.350.org oder in unserem „Passiv Viewing“-Video. Es geht darum, kurz vor dem Klima-Gipfel in Kopenhagen, dafür zu werben, die CO2-Konzentration auf unter 350 ppm (parts per million) zu senken. Momentan liegen wir bei 390 ppm – „that’s way too high“ wie www.350.org meint. Auf dieser Website sind auch alle 3003 Aktionen verlinkt, die derzeit in 158 Ländern geplant werden. Mehr dazu bald auch auf www.bleib-passiv.de. Hier noch ein Video vom allerersten Carrotmob in den USA in einem Liquor Store – wie originell!
Oder watch here: http://carrotmob.org/about/. |







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