Mit einigen Videos und einem kurzen Resumée möchten wir euch von den erfolgreichen Blockaden des alljährlich geplanten Naziaufmarsches in Dresden vom vergangenen Samstag berichten.
Im bayerischen Landkreis Rottal-Inn haben sich bei einem Bürgerentscheid knapp 90 Prozent der Wähler (Wahlbeteiligung 54 %) gegen den Verkauf dreier kommunaler Krankenhäuser an die Rhön-Kliniken (ehemals Teil-Besitz der Familie zu Guttenberg) ausgesprochen, der von der Landrätin und der Mehrheit der Kreistags-Politiker vorangetrieben wurde. Mehrheitsfähig war somit die Begründung der Bürgerinitiative „Krankenhäuser in Bürgerhand“, in der es hieß: „Die stationäre, medizinische Versorgung gehört zur ureigenen Aufgabe des Landkreises und ist ein Herzstück der Daseinsvorsorge. Diese wichtige Aufgabe darf nicht profitorientierten Interessen geopfert werden, sondern ist an gemeinwohlorientierten Gesichtspunkten auszurichten.“ Außerdem wurde unmissverständlich erklärt: „Gewinn- und Profitorientierung im Krankenhausbereich gehen nur zu Lasten des Personals und der Patienten. Gerade aber die Versorgungsqualität ist das höchste Gut.“
Vermutlich ist jedem das schöne Senioren- oder Pauschalurlaub-Animations-Spiel »Bingo« bekannt. Jeder Teilnehmer hat einen Zettel, auf dem sich Zahlen in einem Quadrat befinden, meist von 1-100, in zufälliger Anordnung, jeweils 4 oder 5 in einer Reihe. Der Spielleiter zieht nun nacheinander Zahlen und sagt diese laut an. Die Teilnehmer kreuzen die Zahlen, die sich auf ihrem Bingo-Schein wiederfinden, ab. Wer zuerst eine Reihe vollständig angekreuzt hat, sei es senkrecht, waagerecht oder diagonal, gewinnt das Spiel und ruft, um es den anderen mitzuteilen, laut »BINGO!«
In dieser klassischen Spielvariante gibt es keine großen Überraschungen. Jeder weiß, dass ausschließlich Zahlen von 1-100 gezogen werden und die Spannung besteht nur darin, welche zuerst an die Reihe kommen. Ebenso verhält es sich bei den Reden neoliberaler Politiker. Jeder weiß, dass die immergleichen Phrasen von „Eigenverantwortung“ und „fördern und fordern“ irgendwann fallen werden – die Frage ist nur wann. Und hier beginnt der Spaß.
Der Präsident der Malediven und alle seine Minister sind am Wochenende untergetaucht – nämlich im Wasser. Die Malediven mit ihren 1192 Inseln sind innerhalb weniger Jahrzehnte vom Untergang bedroht, der Wasserspiegel steigt weiter an. Deshalb wurde bei der Kabinettssitzung vier Meter unter Wasser ein Aufruf an alle Länder verabschiedet, die Treibhausgase zu reduzieren. Der Tauchgang fand im Vorfeld des Kopenhagener Klimagipfels statt. Mitte Dezember wollen dort 190 Länder ein Abkommen zur weltweiten Minderung von Treibhausgasen beschließen. Was noch vor ein paar Jahren jeder lieber nicht glauben wollte, das ist nun „fast überlebensnotwendig“ geworden. Klimaforscher fordern die Reduzierung der Treibhausgase um 25 bis 40 Prozent. Doch niemand ist bereit, wirtschaftliche Vorteile aufzugeben. Jeder beäugt den anderen und wartet ab. Aber nicht die Passiven! Wir wissen, dass jeder einzelne Mensch den Regierungen Druck machen kann – erst recht viele zusammen! Wir machen mit beim International Day of Climate Action, am 24.10. In 170 Ländern werden über 4000 Aktionen stattfinden, an denen man sich beteiligen kann.
Boykott war gestern. Heute ziehen wir die Karotten selbst! Wenn es immer heißt, der Kunde könne mit seinem Geld abstimmen, dann machen wir uns unseren Wahltag selbst. So dachte es sich ein frustrierter Umweltschützer in den USA und organisierte den ersten Carrotmob. In Berlin hat im Juni der erste Carrotmob Deutschlands stattgefunden, Bielefeld und München folgten. Der nächste Berliner Carrotmob wird in einem Imbiss am 24.10. im Rahmen des CO2-Aktionstages (siehe auch unser Passiv Viewing) stattfinden.
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